Eisleben – Saxony-Anhalt (German)

Location: Saxony-Anhalt
About this community: Die ersten Erwähnungen über ansässige Juden in Eisleben stammen aus den Jahren 1314 und 1372. Ihre Anzahl und ihr Einfluss auf das Stadtleben waren gering. Das Wohnviertel, Judendorf genannt, lag in der Nähe des Marktes und bestand aus einer Gasse, die durch ein Tor geschlossen werden konnte. Die jüdischen Bewohner betrieben Pfand- und Geldgeschäfte. Im 15. Jahrhundert wurden sie aus der Stadt verwiesen.
Erst 1809, in der Zeit der napoleonisch-westfälischen Regierung sind Juden wieder ansässig. Sie gründeten 1812 eine jüdische Gemeinde, die 1814 eine Synagoge und einen Friedhof erhielt. Die Anzahl der Mitglieder nahm zu, bald mussten zwei Lehrer angestellt werden für den Unterricht der jüdischen Kinder. 1844 wohnten in Eisleben 98 und 1854 schon 138 jüdische Bürger. 1877 musste ein zweiter Friedhof angelegt werden.
Mit dem Nationalsozialismus flohen viele jüdische Bürger aus der Stadt. 1939 lebten noch 39 Juden, 1941 nur noch 17 Juden in der Stadt, die im April 1942 nach Theresienstadt deportiert wurden.
An der Westfront der Eislebener Marktkirche wurde 1983 für die ermordeten jüdischen Bürger eine Gedenktafel angebracht. Die frühere mittelalterliche Judengasse ist heute noch erkennbar.
In dem Gebäude der 1814 in der Lutherstraße 25 unweit von Luthers Geburtshaus errichteten Synagoge befanden sich auch die Religionsschule und die Wohnungen des Lehrers und des Kantors. 1850 wurde am selben Platz eine neue Synagoge eingeweiht, deren Bau wegen des starken zahlenmäßigen Anwachsens der Gemeinde notwendig geworden war. Die Predigt hielt der Rabbiner Dr. Phillippson aus Magdeburg.
Die Synagoge überstand die Pogrome vom November 1938 unbeschadet, da das Gebäude in einer geschlossenen Häuserfront eingebunden war und nicht, ohne weiteren Schaden zu verursachen, in Brand gesteckt werden konnte. Die hohen Rundfenster im ersten Stock weisen noch heute auf die einstige Synagoge hin. Sie ist heute ein Wohnhaus. 1877 hatte die jüdische Gemeinde einen neuen Friedhof hinter dem städtischen Friedhof in der Magdeburger Straße angelegt. Die älteste Grabstelle stammt aus dem Gründungsjahr. 1988 wurde ein Gedenkstein aufgestellt:
"Den jüdischen Opfern zum Gedenken" (Foto!)
Der Friedhof ist in einem gepflegten Zustand.
Located in: Saxony - Anhalt