Ellrich – Thuringia (German)

Location: Thuringia
About this community: Bereits im Mittelalter ließen sich Juden in Ellrich nieder. Zur Zeit der Pest wurden sie wieder vertrieben. In den folgenden Jahrhunderten lebten immer wieder einige Juden in Ellrich, aber erst nach dem Dreißigjährigen Krieg stieg die Zahl der jüdischen Einwohner in Ellrich. 1727 leben 26 jüdische Familien in Ellrich. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert steigt die Zahl der Gemeindemitglieder. 1812 sind 129 Juden in Ellrich verzeichnet, 1840 sind es bereits 146. Die jüdische Gemeinde zu Ellrich betrieb folgende kultische Einrichtungen: Synagoge, jüdische Schule, Mikwe und Friedhof.
Die Ellricher Synagoge, die 1730 errichtet wurde, war bau- und kunst-geschichtlich der interessanteste jüdische Kultbau im Landkreis Nordhausen. Am 10. November 1938 wurde die Synagoge, die 1927 aufwendig renoviert wurde, von den Nationalsozialisten demoliert und anschließend abgerissen. Standort der Synagoge war der Hinterhof des Gebäudes in der Jüdenstraße 25, von Synagogengebäude ist heute nichts mehr erhalten. Bereits im 16. und 17. Jahrhundert besaß die Gemeinde einen Friedhof vor dem Wernaer Tor. Auf Grund von Platzmangel erwarb die jüdische Gemeinde Ellrich 1782 ein Grundstück vor dem Walkenrieder Tor, am Ende der Töpferstraße. Dieser Friedhof existiert heute noch, während von dem ersten Friedhof heute nichts mehr erhalten ist. Auch in Ellrich wurde das jüdische Leben mit den Deportationen unwiederbringlich ausgelöscht.
Sources: Brocke, Michael/Ruthenberg, Eckehart/Schulenburg, Kai Uwe: Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994. Seite 324.
http://www.alemannia-judaica.de/ellrich_synagoge.htm, aufgerufen am 15.04.2012
Schwierz, Israel: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation. Erfurt 2007. Seite 100-103.
(http://www.thueringen.de/imperia/md/content/lzt/juedische_vergangenheit_buch.pdf, aufgerufen am 15.04.2012)
Located in: Thuringia