Themar – Thuringia (German)

Location: Thuringia
About this community: Der einzige Beweis, der belegt, dass bereits im 13. Jahrhundert Juden in Themar lebten, ist ein Bericht über deren Vertreibung und Ermordung im Zuge des „Rindfleisch“-Pogroms. In den folgenden Jahrhunderten kam es zu keiner dauerhaften Ansiedlung von Juden. Erst im 19. Jahrhundert, im Jahr 1865 zogen fünf jüdische Familien aus Bibra und im darauffolgenden Jahr sechs Familien aus Marisfeld nach Themar. 1871 lebten 93 jüdische Personen im Ort. Die Gemeinde verfügte ab 1870 über einen Betsaal, hier befand sich auch ein Schulraum. 1877 wurde eine Synagoge in der Oberstadtstraße 205 (heute: Ernst-Thälmann-Straße 17) eingerichtet und die Themarer jüdische Gemeinde konstituierte sich als Kultusgemeinde. Zu diesem Zeitpunkt lebten 97 jüdische Einwohner in Themar, 1924/25 waren es 70, 1938 noch 48 Juden. 1942 wurden die letzten Themarer Juden nach Osten deportiert.
In der Reichspogromnacht wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört. Das Gebäude existiert heute als Wohnhaus. Vermutlich hatte die jüdische Gemeinde in Themar auch eine Mikwe, deren Standort und Schicksal aber unbekannt sind. Die Verstorbenen wurden auf dem jüdischen Friedhof in Marisfeld bestattet.
Sources: Brocke, Michael/Ruthenberg, Eckehart/Schulenburg, Kai Uwe: Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994. Seite 638.
http://www.alemannia-judaica.de/themar_synagoge.htm, aufgerufen am 30.04.2012
http://www.judeninthemar.org/, aufgerufen am 30.04.2012
Schwierz, Israel: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation. Erfurt 2007. Seite 252-253.
(http://www.thueringen.de/imperia/md/content/lzt/juedische_vergangenheit_buch.pdf, aufgerufen am 30.04.2012)
Located in: Thuringia